Fischbestandsbergung Giessenteiche in Willstätt durch Elektrofischen

Elektrofischen: Koikarpfen

Bei abgesenktem Wasserstand wurden die Fische der beiden Giessenteiche in Willstätt durch die Methode des Elektrofischens vollständig herausgefischt. Notwendig wurde diese Aktion, weil die Teiche im Laufe der Jahre verschlammt sind. Dieser Schlamm sollte in den Wochen danach entfernt werden. Dazu mussten die Teiche vollständig entleert werden. Bei der Elektrobefischung wurde eine bis über 1 m dicke Schlammschicht festgestellt.

Die Abfischung erfolgte durch Fluvialis. Der Fischereibiologe Ingo Kramer hat sehr viel Erfahrung beim Elektrofischen, auch in extremen Situationen. Die Genehmigung zur Bergung des Fischbestandes durch Elektrofischerei wurde von der Fischereibehörde im Regierungspräsidium Freiburg erteilt.

Das Fischen mit elektrischem Strom ist rechtlich eine Sonderfischerei, die einer Vielzahl behördlicher Genehmigungen und einer speziellen Schulung bedarf. Das Elektrofischen kann somit nur unter besonderen Bedingungen und mit einer fachlichen Begründung erfolgen. Es ist die beste und einzige Methode, mit der Fische schonend und ohne Beschädigung gefangen werden können. Dies ist deshalb so wichtig, weil alle Fische aus den Giessenteichen in die nahe Kinzig umgesetzt wurden.

Selbst der Fischereiexperte von dem großen Fischbestand in den kleinen Teichen überrascht. Dabei zeigte sich aber deutlich der Einfluss der Kinzig mit der Verbindung zu den Teichen.

Die Bergungsaktion durch Elektrofischen war insgesamt ein voller Erfolg, da weit über eintausend Fische vor dem Ersticken bewahrt und in die Kinzig umgesetzt werden konnten. Die bei den Anwohnern gut bekannten großen Karpfen (Koikarpfen) wurden gehältert und nach Beendigung der Entschlammung wieder in die Teiche zurück gesetzt.

Geborgene Fische:

Rotaugen (sehr viele bis zu 20 cm Länge)
Nasen (sehr viele bis zu 35 cm Länge, viele mit Laichausschlag)
Gründlinge (sehr viele in allen Größen)
Döbel (viele bis zu 30 cm Länge)
Karpfen (ca. 10 Exemplare bis zu 60 cm Länge, davon 5 Kois und 2 Spiegelkarpfen)
Schneider (ca. 50 Exemplare zwischen 8 und 15 cm Länge)
Hecht (1 Exemplar mit über 50 cm Länge)
Bachforelle (1 Exemplar mit 8 cm Länge)
Hasel (5 Exemplare von 10 cm Länge)
Flussbarsch (1 Exemplar von 25 cm Länge)

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